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Wasserbau im Zürcher Oberland.

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Einflüsse des Wasserbaus auf das Zürcher Oberland

Wasserbau verbindet Hochwasserschutz, Energieproduktion und Strukturverbesserung:

Der Hochwasserschutz im Zürcher Oberland ermöglichte die Ausdehnung der Siedlungsgebiete in die Talböden und sicherte die Investitionen in Strassen, Eisenbahnlinien und Fabrikanlagen.

Dies veränderte vor allem das Tösstal einschneidend. Dort wurde nach der Hochwasserkatastrophe von 1876 eine umfassende Flusskorrektion bis hinauf nach Steg ausgeführt. 1896 – 1903 wurde das Quellgebiet oberhalb von Steg mit Verbauungen und Aufforstungen gesichert. Wegen der damit verbundenen Aufforstungen machte man im Tössquellgebiet sogar die früher erfolgte Ausdehnung des Siedlungsgebiets rückgängig.

Bereits im 18. und frühen 19. Jahrhundert wurden beispielsweise im Tösstal Flussufer befestigt und Flussschleifen durchstochen. Als entscheidend erwies sich die Verbindung von Flusskorrektionen mit flächigen Entwässerungen. Als Massnahmen des Hochwasserschutzes wirkten diese Gewässerregulierungen auch zugunsten von Wasserkraftanlagen und Verkehrsbauten. Die grossen Korrektionen im Oberland fielen aber alle in das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts (Glatt 1878 – 1895, Töss 1881 – 1910, Aabach 1878 – 90, Kempt abschnittsweise ab 1876, aber hauptsächlich im 20. Jh.).

Die korrigierten, d.h. begradigten und eingedämmten Flüsse und ihre Zuflüsse dienten als Vorfluter, d.h. leistungsfähige Abzugskanäle für flächige Entwässerungsprojekte in ihrem Einzugsgebiet, durch die das abgeleitete Wasser ohne Hindernisse abziehen konnte. Sie erlaubten dadurch die Ausdehnung der landwirtschaftlichen Nutzflächen in den früher hochwassergefährdeten Talböden bis an die Dämme heran.

Eine wirksame Korrektion des Unterlaufs der Glatt erfolgte 1878–1895. Sie umfasste eine Absenkung des Spiegels des Greifensees, dessen mittlerer Hochwasserspiegel danach sogar unter dem mittleren Normalwasserstand der Zeit vor der Korrektion lag. Dadurch wurden günstige Voraussetzungen für die Trockenlegung der sumpfigen Niederungen des Oberlaufs geschaffen, was in erster Linie der intensiven Grünlandwirtschaft zugute kam.

Von der Ausnutzung der Gefällsenergie der kleineren Wildbäche zeugen heute noch die Ruinen von Anlagen beispielsweise im Schmittenbachtobel bei Wald oder im Kemptner Tobel bei Wetzikon.

Tauchen Sie ein in die Vergangenheit und begeben Sie sich auf dem Industriepfad Zürcher Oberland auf die Spuren der Wasserkraft. Entdecken Sie auf dem Industriepfad die Zeitzeugen des prägenden Industriezeitalters.

Weitere spannende Informationen aus der Geschichte des Zürcher Oberlands lesen Sie in der «Einführungsschrift Industrielandschaft Zürcher Oberland».

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