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Der Flarz.

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Leben im Flarzhaus Freddi

Das charakteristische Erzeugnis und die typische Hausform des Zürcher Oberlandes ist das Flarzhaus. Der Flarz ist ein aus der Not heraus entstandenes «bäuerliches Reihenhaus». Der Ausdruck «Flarz» stammt von «umeflarze» und hat die alte mundartliche Bedeutung «kriechen, sich ducken», ein sicher passender Ausdruck für die niedrigen Häuser mit den schwach geneigten Dächern, den sogenannten Tätschdächern.

Flärze sind durch Teilen, um- und anbauen von bestehenden, traditionellen Kleinbauernhäusern entstanden. Zu ersten Hausteilungen kam es bereits im 16. Jahrhundert. Anlass dafür war die sogenannte «Gerechtigkeitsbeschränkung» auf der Allmend. Als im 16. Jahrhundert die Bevölkerung im Zürcher Oberland anstieg, beschlossen die Dörfer, die Nutzung der Allmenden auf eine bestimmte Anzahl von Bauernhäusern und Höfen zu beschränken. Da im Fall einer Haus- oder Hofteilung die Allmendnutzung mitgeteilt wurde, fragmentierte man nun die bestehenden Häuser oder baute an. Damit war jedem Hausbesitzer mit eigenem Kamin der Zugang zur Allmend gesichert.

Typisch für die Flärze sind die Reihenfenster, die noch heute die ehemaligen Webkeller und Spinn- oder Webstuben der Heimarbeiterhäuser anzeigen. Sie besassen in der Regel keinen bäuerlichen Wirtschaftsteil mehr oder höchstens eine kleine Stallscheune. Trotzdem bestand in den Flärzen noch die herkömmliche Einheit von Wohn- und Arbeitsplatz der vorindustriellen Epoche, die erst durch die Zentralisierung der Arbeitsplätze in den Fabriken aufgehoben wurde.

In Undalen erleben Sie im Flarzhaus Freddi, wie es sich anfühlt, in einem Flarz mit seinen niedrigen Decken zu leben.

Mehr Interessantes aus der Geschichte des Zürcher Oberlands lesen Sie in der «Einführungsschrift Industrielandschaft Zürcher Oberland».

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