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Kulturarchive.ch.

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Kulturarchive bergen ungeahnt viele Schätze

Digitalisierung als Auslöser

Das Archiv- und Museumsforum 2018 in Stäfa stand unter dem Thema «Digitalisierung von audiovisuellen Medien». Den über 50 Anwesenden wurde vor Augen geführt, welche neuen Herausforderungen im digitalen Zeitalter auf die Kulturarchiven und Ortsmuseen warten:

  • Digitale Dokumente wie Websites, Mails, SMS usw. sind zu bewerten und archivieren
  • Archivgut jeder Art ohne Informationsverluste zu digitalisieren und später wieder auf aktuelle Systeme zu überspielen.
  • das Archivgut im Internet auffindbar zu machen

Der Runde war bald klar, dass dies nicht im Alleingang und schon gar nicht ohne Hilfe von aussen zu bewerkstelligen ist. Und so starteten sie wenig später unter dem Motto «gemeinsam und digital in die Zukunft» das Projekt «kulturarchive.zh».

Hochgesteckte Ziele

Bis 2024 soll der folgende Zustand erreicht sein:

«Die Kulturarchive sind im Kanton Zürich eng untereinander und darüber hinaus mit anderen – vorab mit Museen – vernetzt. Sie archivieren nachhaltig nach klaren Sammelkonzepten und neustem Stand des Wissens. Sie packen gemeinsam die digitalen Chancen. Ihre Schätze werden der Öffentlichkeit nähergebracht und fördern das Geschichtsbewusstsein. Gemeinden und Kanton unterstützen die Kulturarchive fachlich und finanziell. Die gesetzlichen Grundlagen sind geschaffen.»

Es geht also nicht nur darum, den Sprung in die digitale Zukunft zu schaffen. Es geht letztlich darum, den Kulturarchiven einen höheren Stellenwert zu verschaffen. Ein Anliegen, das schon vor zehn Jahren bei den ersten Anläufen für eine Zusammenarbeit unter den Chronikstuben im Zürcher Oberland im Raum stand.

Solide Trägerschaft, kompetente Projektleitung, schrittweises Vorgehen

Seither ist einiges in Gang gekommen. So gibt es nun eine von den Gemeinden getragene und vom Kanton unterstützte Kulturkommission Zürcher Oberland KuKoZO. Sie fördert das Kulturschaffen wie auch die Pflege des Kulturerbes und hat darum auch die Trägerschaft von «kulturarchive.zh» übernommen. Zudem ist das Netzwerk «Zürioberland Kultur» angeknüpft worden, dem 42 Gemeinden gegen 200 Organisationen und Personen angehören. Es ist eine solide Basis, auf der eine engagierte Spurgruppe mit Leuten vom Fach und aus der Praxis das Projekt schrittweise vorantreiben kann. Sie wird begleitet von einem kompetenten Beirat. Im «Projektüberblick» sind die einzelnen Phasen und Meilensteine bis zum Abschluss des Projekts im Jahre 2024 beschrieben. Bereits ist auch ein Ideenspeicher geäufnet worden, aus welchem später die am meisten Erfolg versprechenden Ideen in ein Umsetzungsprogramm aufgenommen werden.

Was sind überhaupt «Kulturarchive»?

Die Spurgruppe hat sich intensiv mit dem Begriff Kulturarchive befasst, der seit einiger Zeit offiziell im Kanton Graubünden verwendet wird. Sie ist zu folgender Umschreibung gekommen.

«Kulturarchive zeichnen sich dadurch aus, dass sie Privatbestände aufbewahren. So sind Chronikstuben, Vereins-, Firmen- und Familienarchive meist Kulturarchive. Nicht dazu gehören, so scheint es, die Gemeindearchive und das Staatsarchiv, weil ihr gesetzlicher Auftrag die Archivierung von Akten öffentlicher Organe ist. Doch halt: Sie dürfen – aber müssen nicht – auch Privatbestände aufnehmen und werden so ebenfalls Kulturarchive. Im Unterschied zu Dokumentationsstellen und Bibliotheken enthalten Kulturarchive Originale und Unikate, während letztere vorwiegend gedruckte Schriftstücke sammeln, die auch anderswo zu finden sind. Und wie unterscheiden sich Kulturarchive von Museen? Indem sie Geschichte nur konservieren während Museen der Vermittlung verpflichtet sind? Nicht unbedingt. Kulturarchive wollen ja auch Geschichte vermitteln – einfach anhand von Dokumenten statt anhand von Objekten. Und Museen konservieren ja auch Kulturgut. Es empfiehlt sich daher eng zusammenzuarbeiten. Nicht zuletzt auch, weil Museen oft zusätzlich ein Kulturarchiv führen.»

Lagebeurteilung

Obwohl die Spurgruppe schon über etliche Hinweise verfügt, dass Kulturarchive ins Hintertreffen zu geraten drohen, will sie sich vor Ort ein objektives Bild machen. Sie hat nach zwei Testbesuchen einen Gesprächsleitfaden entwickelt, wie sie in den einzelnen Archiven und Museen den Handlungsbedarf ausloten will. Im Lauf des Winterhalbjahrs 2019/20 wird sie eine ganze Reihe von Gemeinden besuchen und die Ergebnisse am nächsten Archiv- und Museumsforum vom 20. Mai 2020 in Bauma zur Diskussion stellen. Im Arbeitsplan «Lagebeurteilung» sind auch zwei Exkursionen in andere Kantone geplant, um aus erster Hand zu erfahren, wie dort Kulturarchive gepflegt und unterstützt werden. Der Abschluss der Lagebeurteilung ist auf Ende 2020 vorgesehen.

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