Eiskernforschung.

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Prof. Hubertus Fischer zeigt auf die Messstation von Schwefelgasen. Foto: Peter Schulthess, 2015

Leidenschaft und Neugierde, Wissensdurst und Pioniergeist gepaart mit einer Prise Abenteuerlust zeichneten auch die Naturforschenden und Alpinisten des Binnenlandes Schweiz aus, die ab dem 18. Jahrhundert die Arktis erkundeten. Sie legten den Grundstein für die Exzellenz der Schweiz in der Polarforschung.

Von Schweizer Forschung und Entdeckung zeugt zum Beispiel die Region «Schweizerland» in Ostgrönland, die nach ihren Entdeckern benannt wurde. Der höchste Gipfel des Berggebiets erhielt den Namen Mont Forel zu Ehren des Genfer Wissenschaftlers François-Alphonse Forel, der die Expedition unter Leitung von Alfred de Quervain 1912 massgeblich förderte und unterstützte. Heute zählen Forschende aus der Schweiz insbesondere im interdisziplinären Bereich der Klimaforschung zur Weltspitze: Sie beteiligen sich an der Erforschung der ganz speziellen Klimabedingungen und des Ökosystems an den beiden Polen, die wir durch unseren Umgang mit den natürlichen Ressourcen beeinflussen und die wiederum Auswirkungen auf Wetter und Klima bei uns haben. Ihre Ergebnisse tragen wesentlich zum besseren Verständnis des globalen Ökosystems bei und er- möglichen nicht nur Aussagen zur Vergangenheit, sondern auch für die Zukunft unseres Planeten. Sie dienen der Politik als Entscheidungsgrundlage, um den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen.

Polar- und Klimaforschung

Das besondere Interesse der Schweizer Forschenden an Arktis und Antarktis lässt sich auch dadurch erklären, dass Polarforschung und Höhenforschung eng miteinander verwandt sind. Weite Teile der Schweiz wurden durch Gletscher und Eis geformt und die Alpen sind teils ganzjährig von Schnee und Eis bedeckt. Wie in der Arktis registrieren wir auch in der Schweiz einen Rückgang der Gletscher und «wärmere» Winter.

Die Polarforschung ist international. Dabei ist auch in der Polarforschung der Erfolg selten auf einen Einzelnen zurückzuführen, sondern gefragt ist Teamarbeit. Für den Erfolg ist es unabdingbar, dass die Wissenschaft aus aller Welt ihre Mittel und Anstrengungen bündelt und über die nationalen Grenzen hinweg in international und multidisziplinär zusammengesetzten Teams arbeitet. Forschende aus der Schweiz beteiligen sich daran in enger Zusammenarbeit mit ausländischen Kolleginnen und Kollegen.

Prof. Hubertus Fischer – Der Eiskernforscher

Hubertus Fischer ist einer der wenigen Forscher, die im Lauf ihrer Karriere gleich zwei Mal mit einem prestigeträchtigen „ERC Advanced Grant“ des europäischen Forschungsrats ausgezeichnet wurde. Ziel des geförderten Projekts: eine neue Analysetechnik zur Untersuchung des ältesten Eises der Erde.

Unsere Bildstrecke zeigt Prof. Fischer anlässlich unseres Besuches im Sommer 2015. Hubertus Fischer zeigte uns die Analysegeräte in Bern, mit denen die Forschung die Spuren des mächtigen Vulkanausbruch des Tambora 1815 in Eisschilden der Pole und Gletschern der Alpen nachweisen konnten.

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